Rennkutter Nobile auf der Ostsee

Tätowierertörn

Törnbericht vom 07.07. bis 12.07.2014 von Eckernförde nach Wismar

In den Tagen vor dem Törbeginn arbeitete die Crew nach einer Werftzeit noch mit Hochdruck daran, das Schiff wieder segelfähig und gästetauglich zu machen. So war das Chaos wieder halbwegs sortiert, als die Trainees, eine Gruppe Tätowierer, eintrafen. Den ersten Abend begann die Gästegruppe stimmungsvoll auf unserem Nachbarschiff, dem Räucherschiff Herta, beim Fischbrötchen Essen.

BlickvonOben

Am nächsten Morgen kam dann unser Kapitän an Bord und wir konnten direkt nach der Begrüßungsrunde und der Sicherheitseinweisung in Richtung Marstal starten. Zum Glück war relativ wenig Wind, so dass wir die Vorsegel in Ruhe setzen und direkt wieder Bergen konnten, da in der Eile der Törnvorbereitungen doch nicht alles richtig angeschlagen war. Es gab also trotz der unspektakulären 2 Windstärken für alle genug zu tun. Endlich aus der Eckernförder Bucht raus gab es schon die ersten Wenden, die nur dazu führten, dass der Wind immer weniger wurde.

Hafen

Da wir das schöne Marstal erst spät erreichten, gab es am nächsten Morgen nach dem Frühstück noch etwas Zeit um beispielsweise den mit viel ehrenamtlichen Engagement nachgebauten Marstalschoner Bonavista zu besichtigen. Nach dem Einbinden des Reffs starteten wir bei gutem Wind mit noch unbekanntem Ziel Richtung Süd-Osten. Im Laufe des Nachmittags wurde der Wind wieder mit jeder Wende weniger. Pünktlich um 22 Uhr erreichten wir Nakskov auf Lolland zum WM-Halbfinale. Zum Ausgleich sollte es am nächsten Tag einen "Opa-Törn" in den Nakskov-Fjord geben, um dort zu ankern. Den Vormittag im Hafen nutzten wir um die Länge des Fliegervorläufers einzustellen und ein paar kleinere Baustellen zu schließen. Mittags legten wir dann unter Segeln ab in das Nebenfahrwasser des Nakskov-Fjords und verbrachten die Nacht vor Anker zwischen den Inseln.

Tattoo

Am nächsten Morgen ging es während des Frühstücks raus aus dem Nakskov-Fjord und dann bei gutem Wind Richtung Fehmarn. Da der Wind da her kam, wo wir hin wollten gab es auch heute einige Wenden aber diesmal zum Glück immer mit ordentlich Wind. Nachmittags gab es in der Messe eine Premiere auf Nobile zu bestaunen: Ein Tätowierer tätowierte einem anderen Tätowierer einen Anker inklusive Positionsangabe auf den Rücken! Sehr geil. Spät am Abend erreichten wir den ziemlich vollen Hafen von Burgstaaken. Wir konnten uns nur noch an zwei Fischer legen, von denen der eine uns dann auch schon wieder um vier Uhr morgens aus der Koje scheuchte, weil er raus wollte. Naja, danach wieder rein in die Koje, es waren ja immerhin noch knapp vier Stunden bis zum Frühstück.

WelleAchtern

Noch eine bisschen mehr Wind war am nächsten Tag angesagt aber diesmal raumschots für uns, also genau von hinten. Dadurch hatten wir dann eine fiese Welle von achtern, die so einigen Mägen Probleme bereitete... Das Ziel des heutigen Tages war eigentlich die Kartoffelpier bei Wohlenberg, aber da standen Wind und Welle so ungünstig drauf, dass wir nach Boltenhagen auswichen. Sichtlich erleichtert, dass die Schaukelei ein Ende hatte und dass wir schon um 17 Uhr im Hafen waren verließen die Trainees recht schnell das Schiff um sich das idyllische Retortendorf anzuschauen. Einzig der Grillplatz war schwer in Ordnung, so dass wir dort einen sehr netten letzten Abend verbrachten.

Am letzten Tag hieß es nur noch aufräumen, putzen und Vorsegel packen, während wir unter Motor nach Wismar fuhren. Mit vereinten Kräften und unter neugierigen Blicken packten wir dann noch im Hafen das Großsegel und beendeten den Törn mit einem Gruppenfoto auf dem Klüverbaum.